BEYOND INDUSTRY
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Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Werken bedeutender und aufstrebender Künstler der jungen ungarischen Bildhauergeneration. Ihr Schaffen hat sich seit den 2000er Jahren herausgebildet, und sie prägen aktiv die Landschaft der zeitgenössischen ungarischen Bildhauerei. Den gemeinsamen Nenner der ausgestellten Werke bildet die markante Verwendung von Eisen, Metall und Stahl, die in ihren Objekten nicht nur als Trägermaterial oder strukturelles Element auftritt, sondern auch als Oberfläche mit eigenständiger Bedeutung und emotionaler Ladung.
In den ausgestellten Werken zeigt sich ein breites Spektrum an geschnittenen Metallplatten, geschweißten Konstruktionen, bearbeiteten Oberflächen und warmgeformten Eisenmaterialien. Diese Metallskulpturen existieren nicht bloß als kalte Industrieobjekte; ganz im Gegenteil: Aufgrund der Beschaffenheit ihres Materials und ihrer Thematik werden sie zu Trägern spezifischer kultureller und persönlicher Erinnerung. Die Gruppenausstellung konzentriert sich auf jene Tendenzen der zeitgenössischen Metallskulptur, die – über das geistige Erbe der prägenden Bildhauermeister hinaus – aus der Tradition der industriellen Moderne schöpfen und aus deren Nachspiel auf Metall als ein Material zurückblicken, das von kultureller und emotionaler Bedeutung durchdrungen ist.
Die Oxidationen, Rostschichten und Spuren der Witterungseinwirkung auf den Oberflächen der Werke lassen den Lauf der Zeit, das Auslaufen der dritten industriellen Revolution und deren emotionale Überwindung spürbar werden. Die Ausstellung reflektiert aus der Dichte und Perspektive der vierten industriellen Revolution auf dieses Erbe zurück: auf jene Infrastruktur und materielle Kultur, von der ein bedeutender Teil heute in vielen Fällen verfallen ist. Die robusten, kühlen Materialien nehmen in den skulpturalen Arbeiten einen sensiblen, bisweilen anthropomorphen Charakter an und nuancieren so unsere emotionale Beziehung zu industriellen Umgebungen und Materialien. Die Neuinterpretation des industriellen Erbes macht für uns die Stimmung und das Zeitgefühl der neuen Generation von Bildhauern sichtbar.
Ausstellende Künstler:
Andor Becskei
Geboren 1991 in Senta, Vojvodina. Er schloss 2017 sein Studium der Bildhauerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab und erwarb anschließend einen DLA-Abschluss an der Philosophischen Fakultät der Universität Pécs. In den letzten Jahren stellte er an so bedeutenden Orten wie dem HAB, dem Káli-Skulpturenpark und der Kunstgalerie Szombathely aus und nahm zudem an Ausstellungen in Manhattan, Slowenien und Rumänien teil. Seine öffentlichen Kunstwerke sind in Kapolcs, Hajdúszoboszló und Chengdu (China) zu finden.
Miklós János Boros
Geboren 1980 in Kisvárda. Er schloss 2005 sein Studium der Bildhauerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab. Seinen DLA-Abschluss erwarb er 2017 an der Fakultät für Kunst der Universität Pécs. Seit 2011 ist er Dozent am Lehrstuhl für Architekturtechnik der Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Debrecen und seit 2020 zudem Dozent am Lehrstuhl für Bildhauerei der Ungarischen Universität der Schönen Künste. Er ist Gründungsmitglied des Szolnok Bronze Sculpture Symposium sowie Mitglied des Ungarischen Bildhauerverbandes, der Szolnok Fine Arts Society und des HADRON Art Association. In den letzten Jahren hatte er mehrere Einzelausstellungen, unter anderem in den Galerien Vészkijárat und B32. Er nahm an Gruppenausstellungen an Orten wie dem Műcsarnok, der Alföldi-Galerie und der Bartók1-Galerie teil.
Réka Gergely
wurde 1988 in Budapest geboren. Von 2007 bis 2013 studierte sie Bildhauerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste und erwarb 2021 einen DLA-Abschluss an der Fakultät für Kunst der Universität Pécs. Ihre Arbeit wurde unter anderem mit dem Tamás-Vigh-Preis und dem Searching-for-T-Art-Preis ausgezeichnet. In den Jahren 2021 und 2026 erhielt sie das Gyula-Derkovits-Stipendium für Bildende Kunst, und von 2022 bis 2025 wurde ihr ein Stipendium der Ungarischen Akademie der Künste gewährt. Seit 2012 ist sie Mitglied der Szolnoker Gesellschaft für Bildende Künste, seit 2013 der Ungarischen Bildhauer-Gesellschaft und nimmt seit 2014 regelmäßig am Szolnoker Bronzeskulptur-Symposium teil. Im Jahr 2020 hatte sie eine Einzelausstellung im Műcsarnok; zuletzt war ihre Einzelausstellung im Jahr 2025 in der Hegyvidék-Galerie zu sehen.
Tamás Gilly
Geboren 1984 in Kecskemét. Von 2003 bis 2009 studierte er an der Abteilung für Bildhauerei der Ungarischen Universität der Bildenden Künste. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Géza-Samu-Preis und dem Barcsay-Preis ausgezeichnet. Seit 2010 ist er Mitglied des Ungarischen Bildhauerverbandes und seit 2012 des Szolnoker Kunstverbandes. Seit 2014 ist er Gründungsmitglied und regelmäßiger Teilnehmer des Szolnoker Bronzeskulptur-Symposiums. Von 2023 bis 2026 erhielt er ein Stipendium der Ungarischen Akademie der Künste. Er stellte unter anderem im Vasarely-Museum, in der Galerie B32 und im Kunstraum Wild in München aus.
Kristóf Kecső
wurde 1993 in Szolnok geboren. Er schloss 2022 sein Studium der Bildhauerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab. Seit 2020 ist er Mitglied des Kunstvereins Szolnok und seit 2022 der Ungarischen Bildhauer-Gesellschaft. Seine öffentlichen Kunstwerke sind landesweit zu finden, unter anderem in Balatonalmádi, Szolnok, Zalaszentgrót und im Graphisoft Park in Budapest. Er hat bereits zweimal das Fundamenta-Amadeus-Kreativstipendium gewonnen und erhielt 2024 sowie in diesem Jahr das Derkovits-Stipendium. Er nimmt regelmäßig an Einzel- und Gruppenausstellungen teil und stellte unter anderem im HAB, bei NACO und im Liszt-Institut in Stuttgart aus. Er wird von NACO (Nagyházi Contemporary) vertreten.
Dániel Nagy
Geboren 1994 in Szolnok. Er schloss 2022 sein Studium an der Abteilung für Bildhauerei der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab, wo seine Abschlussarbeit mit dem Tamás-Vigh-Preis ausgezeichnet wurde. Er hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Ungarn teilgenommen, unter anderem bei HAB, KULT7 Lab und im János-Damjanich-Museum in Szolnok. Zudem hat er an internationalen Ausstellungen in der Slowakei, Polen und Indien teilgenommen. Seine Werke befinden sich im Archiv der Ungarischen Universität der Bildenden Künste sowie in öffentlichen Räumen und Privatsammlungen. Er wird von The Space Gallery vertreten.
Kuratoren:
Tiffany Farkas
wurde 1999 in Szolnok geboren und lebt und arbeitet derzeit als unabhängige Kuratorin in Budapest. Sie schloss 2020 ihr Bachelorstudium im Fach Kuratorische Studien an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab und erwarb 2022 einen Masterabschluss am Institut für Ästhetik der ELTE. Ihre kuratorischen Interessen konzentrieren sich auf posthumane Theorien und die Spuren technologischer und ökologischer Veränderungen in der visuellen Kultur; zudem legt sie großen Wert auf die Auswirkungen archaischer und zeitgenössischer Mythen. In den letzten Jahren war sie als Kuratorin in der Molnár Ani Gallery tätig. Zuvor arbeitete sie im Ludwig Museum und kooperierte mit dem Artpool Art Research Center sowie mit der KULT7 Gallery und dem KULT7 Lab.
András Mohácsi
Geboren 1963 in Budapest, wo er derzeit lebt und arbeitet. Bildhauer und einer der führenden ungarischen Schöpfer monumentaler Steinskulpturen. Er schloss 1991 sein Studium an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste mit einem Diplom in Bildhauerei ab. 1998 erwarb er seinen Master an der Fakultät für Kunst der Universität Pécs und 2005 seinen DLA-Abschluss an derselben Einrichtung. Zwischen 1993 und 1998 war er als Künstler in der Steinskulpturen-Künstlerkolonie Villány tätig. Seit den 2000er Jahren schafft er sowohl grafische Arbeiten als auch Gemälde, und seit 2010 ist er zudem als Theaterbühnenbildner tätig. Er hatte Einzelausstellungen in der KULT7-Galerie (2026), im Kahan Art Space in Pest und Buda (2023, 2024, 2025), in der Artus-Galerie (2011, 2002, 2000) sowie im Kiscelli-Museum (2003); außerdem nahm er an Gruppenausstellungen im Műcsarnok (1997, 2001), im Ernst-Museum (2005) und im Művészet Malom in Szentendre (2014) teil. Seine öffentlichen Kunstwerke sind in Budapest, Pécs und Lahr (Deutschland) zu finden. Seit 2000 ist er Mitglied des Lehrkörpers an der Moholy-Nagy-Universität für Kunst und Design.
Informationen:
Eröffnung: 05.06.2026, Freitag um 18:00 Uhr | Eröffnet von Annamária Szabó, Kuratorin
Ausstellungsdauer: 05.06.2026 – 30.09.2026 | Nach Vereinbarung (bitte vorher anrufen) Montag bis Donnerstag von 10:00 bis 16:00 Uhr
Terminvereinbarung und Pressekontakt: Veronika Krizsán | +36706628988 | krizsan@evakahanfoundation.org
Adresse: Kahan Art Space Buda | 1116 Budapest, Gyapot-Straße 4.