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Ausstellung


REGEN-TANZ
Dániel Bencs

Dániel Bencs (1990, Budapest) ist bildender Künstler. Er schloss 2018 sein Studium im Fachbereich Malerei an der Ungarischen Universität der Bildenden Künste ab, wo Zsigmond Károlyi und Zoltán Ötvös seine Lehrer waren. Derzeit ist er Student im DLA-Doktorandenprogramm der Universität; im Mittelpunkt seiner Forschung steht die Verbindung zwischen Graffiti und Ornamentik.

Mit meinen Bildern möchte ich die Aufmerksamkeit auf die Bewegung des Wassers lenken, in der ich eine Metapher für den Fluss der Gedanken sehe. Indem ich die Welt einer früheren Ausstellung erweitere, versuche ich, auf die uralte Vorstellung vom Modell unseres Bewusstseins hinzuweisen, die ich ausgehend von meinen eigenen Erfahrungen in ein modernes Umfeld versetzt habe. Die geistige Materie steigt vom Ozean in die Wolken empor, um als Regenschauer auf den Garten unserer Seele zu fallen und, Blumen sprießen lassend, den Frühling der Erkenntnis zu begrüßen.

Die in meinen Gemälden dargestellten künstlichen Wasserquellen deuten darauf hin, dass eine lenkende Hand den Regen in Gang setzt, und erinnern an die Vorstellung, die durch die Personifizierung der Naturphänomene unsere ersten Götter hervorbrachte. Auch ich übernehme gerne die Rolle der müden Wolken bei der gelegentlichen Bewässerung zu Hause, wobei meine Beobachtungen in diesem Zusammenhang auch in mir neue Triebe hervorgebracht haben.

Mein liebstes Motiv ist der blaue Dorfbrunnen, der als Symbol der Quelle der Weisheit die Wahrheiten der tiefsten Schichten aus sich herausströmen lässt. Vielleicht vermittelt er die Geheimnisse der Meere, so wie auch die Wolken wie in den Ozean getauchte Schwämme die glitzernden Tropfen der Tiefe aus sich herauswringen. Untergetaucht kehren wir in den chaotischen Zustand vor der Schöpfung zurück, in dem die Materie noch keine Form angenommen hat. Die Stille hallt wider. Das Labyrinth meiner inneren Wanderschaft erinnert an die am Meeresgrund seufzende Hirnkoralle, die ihr Irrgarten unaufhörlich erweitert. Hier unten gähnt jeder nur, und doch sagt er viel. Die Fische huschen wie winzige Schmuckstücke über die unendliche blaue Bühne, ihr Reigen setzt Wellen der Möglichkeiten in Richtung der Ufer in Bewegung.

Es liegt an uns, was wir an die Oberfläche bringen, das uns dann treu folgen wird, wie in den Zeichentrickfilmen der unglückliche Held von seinem persönlichen Sturm.

Wenn wir den himmlischen Segen auf den Garten unserer Seele herabkommen lassen, beginnt die Zeremonie der Pflanzenwelt. Der Ritus beginnt mit dem Trommeln der Regentropfen, dann ermuntern die Bläser des Windes die Blätter zum Tanz, damit ihre lebensbejahende Feier auch die Bäume erreicht, die sich wie Tempel über ihnen auftürmen. Die Flut der aus dem Zuber gegossenen Melodien verdeckt bisweilen den Rhythmus, dessen Notierbarkeit ich in der pflanzlichen Ornamentik sehe. Wenn wir einen Ausschnitt aus dem Klanggewirr herausheben, können wir darin vielleicht leichter das musikalische Streben entdecken.

Die dekorativen Muster lösen sich nie ganz von der Natur, die ihnen als Vorbild dient, da sie dort ihre Wurzeln haben. Vielleicht benötigen sie sogar Wasser.

Die Höhepunkte des Wiesenrituals sind die Blumen, die ich als das Lächeln der Vegetation betrachte. In ihnen vollendet sich die geistige Nahrung, durch ihre prahlerische Haltung wird das Geschehen zu einem Fest. Die zum Himmel geöffneten Blütenblätter verströmen den Duft des Sieges, so wie wenn wir bei einem Konzert stehen und die überfließende Freude unsere Hände emporhebt. In solchen Momenten, getaucht in den Triumph des Daseins, versuchen wir, so viel Raum wie möglich mit uns selbst auszufüllen, damit unsere Haltung mit dem Erlebnis im Einklang steht. Nach den Insekten ziehen die Blumen vielleicht die Maler am meisten an. Claude Monet spricht schön über diese Verbundenheit, wenn er erklärt: „Ich glaube, ich war es den Blumen schuldig, Maler zu werden.“

Am Ende des Karnevals, nachdem Stille eingekehrt ist, versuche ich, meine Gedanken zu bündeln. Die bunten Trophäen erinnern mich daran, durch welch dunkle Felder mein Bewusstsein gewandert ist, bevor es sie gefunden hat.

 

Eröffnung: 7. Mai 2026 | 18:00 Uhr | Anmerkungen von: Dr. habil. Zoltán Ötvös DLA
Zu sehen: 7. Mai – 4. September 2026
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag | 13:00 – 18:00 
Adresse: Kahan Art Space Pest | 1072 Nagy Diófa Straße 34.

 

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